Gabriela Pavón de Naumann

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Kunst braucht Raumspacer25        
  back1 familia
  "Back to the Roots I"
2004
100 x 160 cm
Mischtechnik auf Aluminium
"Familia "
2004
115 x 95cm
Mischtechnik auf Aluminium
       
  back2 mascota
  "Back to the Roots II"
2004
100 x 160 cm
Mischtechnik auf Aluminium
"Mascota Maya "
2004
64 x 54 cm
Mischtechnik auf Leinwand und Holz
       
  dios lava1
  "El Dios de las Serpientes "
2004
80 x 100 cm
Mischtechnik auf Aluminium
"Lava "
2004
100 x 80 cm
Mischtechnik auf Aluminium
       
  kraft1 kraft2
  "Kraft in Rot I"
2004
70 x 90 cm
Mischtechnik auf Aluminium
"Kraft in Rot II"
2004
70 x 90 cm
Mischtechnik auf Aluminium
 
     
  fertilidad
sonne mona
  "Fertilidad"
2004
130 x 90 cm
Mischtechnik auf Aluminiumo
"Sonne der Azteken "
2004
130 x 100 cm
Mischtechnik auf Aluminium
"La Mona "
2004
120 x 100 cm
Mischtechnik auf Aluminium
 
     
  kom1 kom2   spacer25
  "Komposition I "
2004
80 x 60 cm
Mischtechnik auf Leinwand und Holz
"Komposition II "
2004
80 x 60 cm
Mischtechnik auf Leinwand und Holz
   
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Philine Maurus
zur Ausstellung  „Kunst braucht Raum“ von Gabriela Pavón de Naumann
Eröffnung am 21.11.2004

Gabriela Pavón kommt aus Mexiko. In Europa wird sie sich, je länger sie hier ist, ihrer Wurzeln in der Azteken- und Maya-Kultur immer mehr bewusst und versucht, diesen Wurzeln nachzuspüren. Hier, in der anderen Kultur, fehlen die tägliche Erfahrung und das Leben in der lokal gebundenen Folge-Kultur Mexikos. Gabriela Pavón kann also ihre Spurensuche hier nur intellektuell vorantreiben, indem sie sich aus Büchern über die Formensprache und die Symbolik dieser fremden und zeitlich fernen Kultur informiert. Entsprechend intellektuell sind ihre Bild-Produkte, die nun wiederum den Betrachter auf seine eigene Spurensuche schicken. Was an den Zeichen ist aus alten Zeugnissen „abgeschrieben“? Was ist frei nachempfunden? Bedeuten die Zeichen und Chiffren etwas ? Wenn ja – was? Da den meisten von uns die alt-mexikanische Bildsprache nicht vertraut ist, ist jeder bei der Betrachtung von Gabriela Pavóns Bildern auf sich selbst gestellt. Eine vage Verwandtschaft meint man zu spüren, ohne sie exakt benennen zu können. Gabriela Pavón macht es dem Betrachter einerseits leicht, indem sie natürliche Materialien verwendet, z.B. Erd-Töne und Sand, also Materialien, die ihren Ahnen auch zur Verfügung standen.  Dann allerdings erweist sie sich wieder ganz als Kind unserer Zeit und unserer westlichen Industriewelt, denn diese Natur-Materialien trägt sie auf ein Industrieprodukt auf: Ein dünn gewalztes Aluminium-Blech. Ein härterer Untergrund ist kaum denkbar. Leinwand oder Holz als Mal-Unterlagen sind dagegen weich und haptisch sinnlich. Das kühle, harte Blech aber hält den Betrachter auf Distanz, wird nie wohlig und angenehm. Das entspricht nun durchaus der Spurensuche, denn von der Maya-Kultur wissen wir zwar wenig, wissen aber doch, dass es eine Kultur der Härte und der partiellen Grausamkeit war. Diesem Wissen trägt Gabriela Pavón Rechnung, indem sie ihre Mal-Gründe mit Härte, ja fast mit Grausamkeit behandelt:  Da wird das Blech von hinten behämmert, da wird Sand eingerieben, da wird geschlagen, gebogen, gehämmert, plastische Buckel werden von der Rückseite zur Vorderseite getrieben, das Blech wird maltraitiert, manchmal durchlöchert und gestanzt - bis das perfekt glatte Industrie- Massenprodukt am Ende dieses Prozesses durch ihre Hände eine eigene Individualität gewonnen hat. Die Bildplatte ist nun ein Individuum: voller Wunden, Narben – oft mit ausgefransten Kanten und fehlenden Ecken, versehen mit mehreren Schichten Farbe und Sand. In diese Mixtur bürstet Gabriela Pavón dann oft noch Öl und Acryl hinein und verkratzt zu glatte Oberflächen. Zu solch wildem Gestalten geht Gabriela Naumann ganz aus sich heraus: Sie arbeitet am Boden, bewegt sich schnell und wild, sie „kämpft“ mit dem Material – allerdings immer in der Gewissheit, in diesem Kampf die Siegerin zu bleiben und dem Material ihren künstlerischen Stempel aufzudrücken – und das Produkt ist stets ein eindrucksvolles Bildwerk, manchmal voll geheimnisvoller  Zeichensprache und durch die reduzierte Farbauswahl auf jeden Fall ein ästhetischer Genuss. Wer sich bei den Runen-artigen Chiffren an „Junge Wilde“ erinnert fühlt, liegt ebenso richtig wie der Betrachter, der alt-mexikanische Geheimzeichen assoziiert. Beides ist zutreffend, denn beide Temperamente, das Junge und das Alte vereinen sich in den Bildwerken von Gabriela Pavón.

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